
Lyonel Feininger, Das Tor. 1918, Holzschnitt

Lyonel Feininger, Das Tor. 1920, Holzschnitt
Lyonel Feininger in Ribnitz und Damgarten
So manifestieren sich in den Darstellungen der Architektur von
Ribnitz und Damgarten zwei wesentliche Aspekte seines Schaffens:
Das Interesse für die Architektur, die - zunehmend in kristalliner
Auflösung begriffen - den Mensch als Motiv zurückdrängt und die
Romantik, die aus der Verklärung der Erinnerung resultierend,
die
Architektur beseelt.
Bei der Radierung „The Gate“ aus dem Jahr 1912 handelt es sich
um ein zentrales Werk im Schaffen von Lyonel Feininger. Das Blatt
verkörpert den für Feiningers Werk wesentlichen Übergang zur
Dominanz der Architektur als Bildmotiv und die Begründung des
prismatisch-kubistischen Stils der kristallinen Formen, wie er für
das Hauptwerk des Künstlers kennzeichnend wird. Feininger
gelingt es, dem Motiv des Rostocker Tores in Ribnitz eine ideelle
Überhöhung zu verleihen. Im Gesamtwerk des Künstlers nimmt
diese Grafik die Stellung eines Gründungswerkes ein.
Der Holzschnitt „Das Tor“, 1918 zeigt ebenfalls das Rostocker Tor
in Ribnitz. Beide Werke bilden zentrale Elemente einer Motivserie,
die für die Arbeitsweise des Künstlers beispielhaft ist. Der Holz-
schnitt zeigt deutlich den Einfluss der Expressionisten, denen
Feininger nahe stand. In dem Blatt zeigen sich noch einmal
Elemente von Feiningers früher Bildsprache. In starken schwarz-
weiß Kontrasten eingebunden erscheint das Tor verkürzt und
verdreht, dadurch gleichsam bewegt und belebt.
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